Entlebucher Sennenhunde

VON DER FAMILIE KIRCHNER AUS DEM ZELLERTAL

Rassestandard

Entlebucher Sennenhund - der temperamentvolle Schweizer

 

Abstammung

Der Entlebucher Sennenhund ist der kleinste der vier schweizerischen Sennenhunde (Berner, Großer Schweizer, Appenzellner). Er stammt aus dem Entlebuch, einem Tal im Gebiet der Kantone Luzern und Bern. Die erste Beschreibung unter dem Namen "Entlebucherhund" stammt aus dem Jahre 1889, aber noch längere Zeit danach wurden der Appenzellner- und der Entlebucher-Sennenhund überhaupt nicht voneinander unterschieden. Erst 1926 wurde er als eigene Rasse eingetragen.
Neben seiner angestammten Eigenschaft als lebhafter und unermüdlicher Treibhund wurde seine hervorragende Eignung als Gebrauchshund entdeckt und unter Beweis gestellt. Er ist ein unbestechlicher Wach-, Schutz, Begleit-, Rettungs- und Therapiehund. Heute erfreut sich diese Rasse zunehmend als Familienhund.

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Rassemerkmale

Es ist ein knapp mittelgroß, kompaktgebauter Hund von leicht gestrecktem Format, mit geradem Rücken, runden und geschlossenen Pfoten. Die Widerristhöhe beträgt bei den Rüden bis zu 50 cm, die Hündinnen sind ca. 5 cm niedriger. Sein Kopf besitzt einen flachen Scheitel, seine Ohren sind hoch angesetzt, anliegend getragen und idealerweise unten gerundet. Sein Fell ist kurz, glänzend und festanliegend, daher bedarf es kaum Pflege. Die dreifarbige Zeichnung (schwarz, braun und weiß) ist das typische Kennzeichen aller Schweizer Sennenhunde, so auch für den Entlebucher. Fälschlicherweise wird er aufgrund seiner Fellzeichnung oft als Mischling angesehen.
Trotz seiner geringen Körpergröße treten bei ihm Hüftgelenksdysplasie (kurz: HD) auf, eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, sowie erbliche Augenkrankheiten. Diese sind für seriöse Züchter ein absolutes Ausschlusskriterium.

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Der Familienhund

Der Entlebucher ist zwar kein Großer, aber ein ganzer Kerl. Und so benimmt er sich auch: im Haus ist er ruhig und gelassen. Er ordnet sich gerne ein, lernt schnell und beschützt alle, die zu seinem Rudel gehören. Kindern und anderen Haustieren gegenüber ist er ein geduldiger Spielkamerad, der überall mitmacht und nichts übel nimmt. Alles was in seinem Revier kreucht und fleucht, untersteht seinem Schutz. Er ist kein Jäger, er ist ein Wächter – und immer im Dienst.
Fremden gegenüber zeigt er seinen angeborenen Schutzinstinkt. Was ihm an Körpergröße fehlt, gleicht er durch sein Temperament aus. Er kann gut zwischen Mein und Dein unterscheiden und bleibt bei „seinem" Menschen, egal was kommt.
Ein Zwinger ist nichts für ihn, denn er braucht Familienanschluss. Er will immer dazugehören, und überall dabei sein. Und er will gefordert werden. Was der kleine Schweizer braucht, sind Leute, die Zeit und Platz für ihn haben und selbst aktiv sind, und die ihn als Partner, Helfer und Beschützer im Rudel akzeptieren. Er braucht neben sich mindestens einen Kameraden – egal ob Mensch oder Tier – der bei seinen Aktivitäten gerne mitmacht und der das 30-Kilo-Kraftpaket dabei auch aushält.

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Erziehung

Alles was man zur Erziehung braucht, ist liebevolle Konsequenz von Geburt an. Der Entlebucher braucht viel Lob und viel Zuwendung. Sie sind Spätentwickler und sind erst nach zwei Jahren einigermaßen erwachsen. Man sollte sich also Zeit lassen und sich für sie viel Zeit nehmen. Jedoch haben sie eine schnelle Auffassungsgabe und lernen auch schnell die Schwächen des Herrchens oder Frauchens kennen und diese auszunutzen, wenn diese es sich gefallen lassen.
Hin und wieder eilt ihm sein Ruf als „Kläffer" voraus, was aber oft ein Zeichen von nicht sachgerechter Hundeerziehung oder von geistiger und körperlicher Unterforderung ist.